Digitale Dauererreichbarkeit: Wie ständige Erreichbarkeit unsere mentale Gesundheit belastet
- exceedU florian.black@exceedu.de
- 25. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Unser Smartphone vibriert. Eine E-Mail kommt herein. Eine Nachricht im Slack-Channel. Ein Anruf vom Chef. Wir leben in einer Welt, in der Erreichbarkeit zur Erwartung geworden ist – und das hat Folgen für unsere mentale Gesundheit.
Die digitale Dauererreichbarkeit ist ein modernes Phänomen, das viele von uns täglich erleben. Ob im Homeoffice oder im Büro – die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Und genau das ist das Problem.
Was ist digitale Dauererreichbarkeit?
Digitale Dauererreichbarkeit bedeutet, dass wir jederzeit und überall erreichbar sind – oder zumindest erwartet wird, dass wir es sind. Durch Smartphones, Laptops und Tablets können Arbeitgeber, Kollegen und Kunden uns rund um die Uhr kontaktieren. Und viele von uns fühlen sich verpflichtet, sofort zu antworten.
Das Problem: Unser Gehirn ist nicht dafür ausgelegt, ständig in einem Zustand der Aufmerksamkeit zu sein. Wir brauchen Pausen, Ruhezeiten und echte Abschalter, um uns zu regenerieren.
Die psychologischen Auswirkungen
Ständige Erreichbarkeit führt zu mehreren psychologischen Belastungen:
Chronischer Stress: Das Gefühl, immer verfügbar sein zu müssen, aktiviert unser Stresssystem dauerhaft.
Schlafstörungen: Wenn das Handy neben dem Bett liegt, können wir nicht wirklich abschalten.
Angststörungen: Die Angst, etwas zu verpassen oder nicht schnell genug zu antworten, wächst.
Burnout: Die fehlende Erholung führt langfristig zu emotionaler Erschöpfung.
Praktische Strategien für digitale Grenzen
Die gute Nachricht: Es gibt konkrete Maßnahmen, um digitale Dauererreichbarkeit zu reduzieren und unsere mentale Gesundheit zu schützen.
1. Feste Abschaltzeiten etablieren
Definieren Sie klare Zeiten, in denen Sie nicht erreichbar sind. Das kann ab 18 Uhr sein oder am Wochenende. Kommunizieren Sie diese Grenzen deutlich an Ihre Kollegen und Vorgesetzten. Ein einfacher Satz wie "Ich antworte auf E-Mails ab 9 Uhr morgens" hilft, Erwartungen zu setzen.
2. Benachrichtigungen ausschalten
Deaktivieren Sie Push-Benachrichtigungen für E-Mails und Messaging-Apps außerhalb Ihrer Arbeitszeiten. Das ständige Vibrieren und Klingeln ist ein großer Stressfaktor. Nutzen Sie den "Nicht stören"-Modus auf Ihrem Smartphone.
3. Physische Grenzen schaffen
Lassen Sie Ihr Arbeitshandy im Büro, wenn Sie nach Hause gehen. Oder nutzen Sie ein separates Gerät für Arbeit und Privates. Diese physische Trennung hilft Ihrem Gehirn, zwischen den beiden Welten zu unterscheiden.
4. Bewusste Pausen einplanen
Planen Sie regelmäßige Pausen ein, in denen Sie Ihr Handy nicht anfassen. Das kann eine 15-minütige Mittagspause sein oder ein Spaziergang ohne Smartphone. Diese Pausen sind nicht Luxus – sie sind notwendig für Ihre mentale Gesundheit.
5. Mit dem Arbeitgeber kommunizieren
Viele Unternehmen erkennen zunehmend, dass ständige Erreichbarkeit kontraproduktiv ist. Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten oder der HR-Abteilung über eine "Right to Disconnect"-Richtlinie. Das ist nicht nur gut für Ihre Gesundheit, sondern auch für die Produktivität.
Das Wichtigste zum Mitnehmen
Digitale Dauererreichbarkeit ist ein modernes Phänomen, das unsere mentale Gesundheit belastet. Aber wir haben die Kontrolle. Durch bewusste Grenzen, klare Kommunikation und kleine Gewohnheitsänderungen können wir wieder Raum für Erholung schaffen.
Beginnen Sie heute: Wählen Sie eine der fünf Strategien aus und implementieren Sie sie diese Woche. Beobachten Sie, wie sich Ihr Stresslevel verändert.
Reflexionsfrage
Wann haben Sie das letzte Mal wirklich abgeschaltet – ohne Handy, ohne E-Mails, ohne Benachrichtigungen? Wenn Sie sich nicht erinnern können, ist das ein Zeichen, dass es Zeit für eine Veränderung ist.
---
Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische oder therapeutische Beratung.








Kommentare